
Welche Seiten braucht eine Firmenwebsite?
Welche Seiten braucht eine Firmenwebsite? Diese Übersicht zeigt die wichtigsten Inhalte für Vertrauen, Anfragen und einen professionellen Auftritt.
Viele Unternehmenswebsites scheitern nicht am Design, sondern an der Struktur. Wer sich fragt, welche Seiten eine Firmenwebsite braucht, meint meist eigentlich etwas ganz Praktisches: Was müssen potenzielle Kund:innen sehen, damit sie bleiben, Vertrauen fassen und sich melden? Genau darum geht es. Nicht um möglichst viele Unterseiten, sondern um die richtigen.
Eine gute Firmenwebsite ist kein digitales Prospekt, das nur nett aussieht. Sie soll Orientierung geben, Kompetenz zeigen und Anfragen erleichtern. Welche Seiten sinnvoll sind, hängt natürlich von Branche, Angebot und Zielgruppe ab. Ein lokaler Handwerksbetrieb braucht nicht dieselbe Tiefe wie ein Beratungsunternehmen oder eine Personal Brand. Trotzdem gibt es einen Kern, der für fast jedes Unternehmen funktioniert.
Welche Seiten braucht eine Firmenwebsite im Kern?
Wenn das Budget knapp ist oder die Website rasch online gehen soll, braucht es zuerst ein starkes Fundament. In den meisten Fällen sind das Startseite, Über-uns-Seite, Leistungsseiten, Kontaktseite und rechtliche Pflichtseiten. Alles andere kann später dazukommen, wenn es strategisch Sinn ergibt.
Der häufigste Fehler ist dabei nicht, dass etwas fehlt, sondern dass alles auf einer einzigen Seite zusammengequetscht wird. Das wirkt oft unübersichtlich, schwächt die Sichtbarkeit bei Google und macht es Besucher:innen schwer, schnell das zu finden, was sie eigentlich suchen. Eine klare Seitenstruktur spart also nicht nur Nerven, sondern verbessert auch die Wirkung der Website.
Die Startseite
Die Startseite ist nicht dazu da, alles vollständig zu erklären. Sie ist der schnelle Überblick. Innerhalb weniger Sekunden sollte klar sein, wer ihr seid, was ihr anbietet, für wen das Angebot gedacht ist und was der nächste Schritt ist.
Gerade kleine Unternehmen verlieren hier oft unnötig Potenzial. Da steht dann ein allgemeiner Slogan, aber kein echter Nutzen. Besser ist eine klare Botschaft mit Wiedererkennungswert. Wer auf die Website kommt, will nicht rätseln. Er oder sie will sofort verstehen, ob das Angebot passt.
Eine starke Startseite kombiniert einen präzisen Einstieg mit kurzen Abschnitten zu Leistungen, Vorteilen, Vertrauen und Kontaktmöglichkeit. Sie ersetzt aber keine sauberen Unterseiten. Sie macht Lust auf mehr und leitet gezielt weiter.
Die Über-uns-Seite
Viele unterschätzen diese Seite. Dabei ist sie oft eine der meistgeklickten überhaupt. Vor allem bei regionalen Unternehmen, Dienstleister:innen und kleineren Marken wollen Menschen wissen, mit wem sie es zu tun haben.
Die Über-uns-Seite ist kein Lebenslauf und kein endloser Fließtext über die Unternehmensgeschichte. Sie soll Vertrauen aufbauen. Das funktioniert am besten, wenn sie Persönlichkeit mit Relevanz verbindet. Wer seid ihr, wie arbeitet ihr, was ist euch wichtig und warum sollten Kund:innen gerade euch ihr Projekt anvertrauen?
In Österreich spielt Nähe oft eine größere Rolle als man denkt. Wenn ein Unternehmen greifbar wirkt, direkt kommuniziert und nicht nach anonymer Großagentur klingt, ist das für viele ein echter Pluspunkt.
Leistungsseiten
Wenn es eine Seite gibt, die fast immer zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, dann sind es die Leistungsseiten. Dabei entscheiden sie oft darüber, ob aus Interesse eine Anfrage wird.
Jede wichtige Leistung sollte eine eigene Seite bekommen. Nicht nur aus SEO-Sicht, sondern weil unterschiedliche Zielgruppen unterschiedliche Fragen haben. Wer Webdesign sucht, braucht andere Infos als jemand, der Videoschnitt oder Individualprogrammierung anfragt.
Auf einer guten Leistungsseite geht es nicht nur darum, was gemacht wird, sondern auch wie das Ergebnis aussieht, für wen die Leistung sinnvoll ist und welchen konkreten Nutzen sie bringt. Genau hier trennt sich oft eine schöne Website von einer Website, die verkauft.
Welche Seiten braucht eine Firmenwebsite je nach Geschäftsmodell?
Ab dem Grundgerüst wird es individueller. Nicht jedes Unternehmen braucht dieselben Zusatzelemente. Manche Seiten sind extrem wertvoll, andere nur Ballast, wenn sie halbherzig umgesetzt werden.
Referenzen oder Projekte
Sobald eure Arbeit sichtbar gemacht werden kann, ist diese Seite Gold wert. Referenzen bauen schneller Vertrauen auf als fast jeder Werbetext. Menschen wollen sehen, wie ihr denkt, gestaltet oder Probleme löst.
Für kreative, technische oder beratende Dienstleistungen sind Projektseiten oft besonders stark. Sie zeigen nicht nur das Endergebnis, sondern auch die Qualität eurer Herangehensweise. Das macht die Zusammenarbeit greifbarer.
Wichtig ist, dass diese Seite nicht wie eine lose Bildergalerie wirkt. Gute Referenzen erklären kurz den Ausgangspunkt, die Aufgabe und das Resultat. So entsteht Wirkung statt nur Oberfläche.
Bewertungen und Social Proof
Wenn bereits Kund:innen zufrieden waren, sollte das sichtbar sein. Das kann direkt auf der Startseite passieren oder auf einer eigenen Seite, wenn genug Material vorhanden ist. Gerade bei erklärungsbedürftigen Leistungen oder höherpreisigen Angeboten helfen echte Stimmen enorm.
Hier gilt: weniger, aber glaubwürdig. Drei starke Testimonials mit Namen, Unternehmen und konkretem Nutzen sind meist wertvoller als zehn austauschbare Einzeiler.
FAQ-Seite
Eine FAQ-Seite ist dann sinnvoll, wenn im Verkaufsprozess immer wieder dieselben Fragen auftauchen. Wie lange dauert ein Projekt? Was kostet es? Was wird von Kundenseite gebraucht? Gibt es laufenden Support? Solche Fragen bremsen Anfragen oft nicht bewusst, aber im Hintergrund schon.
Wenn ihr diese Unsicherheiten früh aus dem Weg räumt, senkt das die Hürde zur Kontaktaufnahme. Besonders für Unternehmen ohne interne Marketing- oder Webabteilung ist Klarheit oft der entscheidende Faktor.
Kontaktseite
Ja, eine Kontaktseite ist Pflicht. Und trotzdem ist sie erstaunlich oft schlecht gelöst. Entweder fehlt ein klarer Call-to-Action, das Formular ist zu kompliziert oder wichtige Infos wie Standort, Erreichbarkeit oder Ansprechpartner:innen fehlen ganz.
Eine gute Kontaktseite macht es leicht. Wenige Felder, klare Einladung zur Anfrage und das Gefühl, dass auf der anderen Seite echte Menschen sitzen. Wer möchte, kann zusätzlich einen kurzen Hinweis zum Ablauf einbauen. Das nimmt Unsicherheit raus und spart Rückfragen.
Welche Seiten oft fehlen, aber viel bringen
Viele Firmen denken bei ihrer Website nur an die offensichtlichen Seiten. Es gibt aber Inhalte, die gerade für Sichtbarkeit und Positionierung sehr stark sein können.
Branchen- oder Zielgruppenseiten
Wenn ihr für unterschiedliche Kundengruppen arbeitet, können eigene Seiten dafür sehr sinnvoll sein. Ein Beispiel: Ihr bietet dieselbe Leistung für Gastronomie, Handwerk und Personal Brands an. Dann sprechen diese Zielgruppen trotzdem unterschiedliche Sprache, haben andere Prioritäten und andere Fragen.
Eigene Zielgruppenseiten helfen dabei, relevanter zu wirken. Nicht künstlich, sondern weil ihr die Situation der jeweiligen Branche konkreter ansprecht. Das erhöht die Chance, dass sich Besucher:innen angesprochen fühlen.
Karriere-Seite
Nicht jedes KMU braucht sofort eine Karriere-Seite. Wenn ihr aber aktiv Mitarbeiter:innen sucht oder in den nächsten Monaten wachsen wollt, sollte sie mitgedacht werden. Eine Stellenanzeige irgendwo zu posten reicht heute oft nicht mehr.
Eine gute Karriere-Seite zeigt nicht nur offene Jobs, sondern auch, warum es attraktiv ist, bei euch zu arbeiten. Das ist Employer Branding in kompakt. Gerade für regionale Betriebe kann das einen echten Unterschied machen.
Blog oder Ratgeber
Ein Blog ist kein Muss. Er bringt nur dann etwas, wenn er regelmäßig und strategisch gepflegt wird. Für SEO kann er stark sein, für die Positionierung auch. Aber eine veraltete News-Seite mit drei Beiträgen aus dem Vorjahr wirkt eher nach Baustelle als nach Kompetenz.
Wenn ihr Inhalte wirklich laufend liefern könnt, ist ein Ratgeberbereich sinnvoll. Wenn nicht, investiert das Budget lieber zuerst in starke Kernseiten. Qualität schlägt Quantität fast immer.
Rechtlich unverzichtbar: diese Seiten dürfen nicht fehlen
Neben den inhaltlichen Seiten braucht jede Firmenwebsite die rechtlichen Pflichtangaben. Dazu gehören in Österreich in der Regel Impressum und Datenschutzerklärung. Je nach Geschäftsmodell können auch weitere Inhalte nötig sein, etwa AGB oder spezielle Hinweise zu Buchungen, Formularen oder Cookies.
Dieser Bereich ist nicht glamourös, aber unverzichtbar. Fehler können unangenehm und unnötig teuer werden. Deshalb sollte er nicht zwischen Tür und Angel erledigt werden.
Lieber kompakt starten als aufgeblasen online gehen
Die bessere Website ist nicht automatisch die mit mehr Seiten. Wenn Inhalte dünn sind, wiederholen sich oder ohne klares Ziel online gehen, entsteht schnell ein unruhiger Auftritt. Das kostet Vertrauen statt es aufzubauen.
Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist ein schlanker Start die smartere Lösung. Lieber fünf bis sieben Seiten mit klarer Aussage, starkem Design und guter Nutzerführung als zwölf halbfertige Unterseiten. Später lässt sich gezielt erweitern, sobald mehr Angebote, Referenzen oder Inhalte da sind.
Genau darin liegt oft der größte Hebel: nicht alles auf einmal wollen, sondern die Seiten bauen, die wirklich Wirkung entfalten. Wer das sauber aufsetzt, spart Zeit, wirkt professioneller und macht es potenziellen Kund:innen deutlich leichter, den nächsten Schritt zu gehen.
Wenn ihr also gerade plant oder eure bestehende Website überarbeitet, stellt euch nicht zuerst die Frage, wie viele Seiten ihr braucht. Fragt euch lieber, welche Informationen eure Kund:innen wirklich brauchen, um ohne Umwege Vertrauen zu fassen und anzufragen. Dort beginnt eine Firmenwebsite, die nicht nur gut aussieht, sondern auch arbeitet.

Raphael ist Founder von MaYE Media und seit 2020 selbstständig als Mediendesigner und Softwareentwickler. Er verantwortet Webentwicklung mit Next.js & React, Videoschnitt für Creator und KMUs sowie Hosting und Infrastruktur.
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